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20.Juli.2010 - FROHBURG bei Borna

Sachsen: Bündnis wehrt sich gegen Umbettung jüdischer NS-Opfer

Vereine, Initiativen, Politiker und Kirchen für Sanierung eines ehemaligen KZ-Friedhofs

BORNA - Ein Runder Tisch mit Vertretern aus Zivilgesellschaft, Kirche und Politik hat für einen Opferfriedhof aus der NS-Zeit im sächsischen Frohburg bei Borna ein würdiges Gedenken angemahnt. Derzeit bestehe die Gefahr eines "Image-Schadens für den gesamten Landkreis", wenn der Vorschlag der zuständigen Landesdirektion verwirklicht werde, die Gräber des derzeit verwilderten Friedhofs umzubetten, teilte der Runde Tisch am 16. Juli in Frohburg mit.

Auf dem in einem Wald gelegenen Friedhof befinden sich den Angaben zufolge noch Gräber von 38 jüdischen Opfern, die im Zwangsarbeiterlager des Frohburger Ortsteils Flößberg umgebracht wurden. Der Friedhof sei heute in einem schlechten Zustand, weil seit der Wiedervereinigung keine Pflege- und Sanierungsarbeiten mehr erfolgten, hieß es. Die Landesdirektion Chemnitz habe nun vorgeschlagen, die Gräber umzubetten.

Dieser Vorschlag stößt den Angaben zufolge auch beim sächsischen Landesverband der jüdischen Gemeinden und beim Zentralrat der Juden auf Widerstand. Schon religiöse Gründe sprächen gegen das Vorhaben, da nach jüdisch-orthodoxem Ritus eine Umbettung "grundsätzlich ausgeschlossen" ist.

Das Bündnis fordert stattdessen umfassende Sanierungsarbeiten auf dem Friedhof und die Schaffung einer Gedenkstätte. Dem Runden Tisch gehören neben Politikern von CDU, SPD, Grünen und Linken auch das Kulturbüro Sachsen und der evangelische Superintendent des Landeskreises, Matthias Weismann, an. Auch die "Geschichtswerkstatt Flößberg", die seit einem Jahr Spenden für ein sichtbares Gedenkzeichen sammelt, hat sich dem Bündnis angeschlossen.

In dem 30 Kilometer südlich von Leipzig gelegenen Außenlager des KZ Buchenwald wurden nach derzeitigem Kenntnisstand mindestens 235 Menschen ermordet. Insgesamt hätten mehr als 1.900 NS-Häftlinge in dem noch im November 1944 errichteten Lager für eine Leipziger Firma Panzerfäuste herstellen müssen.( epd©16.07.2010 )

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